Der Smartphone-Boom ist nicht aufzuhalten, denn nun erobern auch noch immer erschwinglichere Modelle den Markt. Doch was taugen diese Billigprodukte wirklich? Und sollte man da nicht doch lieber zu teuren Markenhandys greifen? Unsere umfangreiche Übersicht hilft so manchem sicher weiter!
I. Das Betriebssystem
Eigentlich kommen für Smartphones heute nur noch die Betriebssysteme iOS für Apple, Android und Windows Phone infrage, wobei das Letztere noch am wenigsten verbreitet ist, was sich aber Ende des Jahres, wenn Windows 8auf den Markt kommt, ändern könnte. In jedem Fall sollte man beim Kauf eines Smartphones darauf achten, dass eine aktuelle Version vorliegt, da neueste Apps oft nur von diesen optimal genutzt werden können. Zudem ist ein Update oftmals riskant, da nicht nur die Daten, sondern auch die Garantie verloren gehen kann, da die Hersteller ein solches Update oftmals nicht unterstützen.
Die Lage bei Android ist übrigens ein wenig kompliziert, da hier meist zwei Grundversionen zum Einsatz kommen: Android 2.x und 4.x. Android 2.x wurde allein für Smartphones entwickelt und findet sich daher eher bei älteren und preiswerten Modellen, die für Android 4.x vielleicht nicht einmal geeignet sind. Android 4.x hingegen wird auch in Tablets eingesetzt und ist darum auch für größere Displays, mehr Speicher- und Rechenkapazität ausgelegt, die auf älteren und billigeren Handys vielleicht gar nicht vorhanden ist. Allerdings gibt es auch Smartphones mit großem Display, die immer noch auf Android 2.3 oder sogar darunter setzen, so dass man hier keine klaren und verbindlichen Grenzen ziehen kann.
Jedes Smartphone verfügt über einen mehr oder weniger leistungsfähigen Prozessor als Zentralgehirn, wodurch ein Handy überhaupt erst “smart” wird. Da der Prozessor für die Leistung des Smartphones so entscheidend ist, sollten vor allem folgende Angaben überprüft werden:
1. Prozessorarchitektur
ARM-kompatible Prozessoren stecken in allen Apple- und nahezu allen Android-Smartphones, allerdings wird bei Android in naher Zukunft wohl auch verstärkt mit Billigangeboten mit MIPS-Architektur zu rechnen sein. Da es hier zunächst zu gewissen Kompatibilitätsproblemen vor allem bei hardwarenah programmierten Programmen wie etwa Spielen kommen könnte, sollte man hier vielleicht lieber mit ARM auf Nummer sicher gehen, falls der Preisvorteil von MIPS nicht doch zu sehr ins Gewicht fällt.
Darüber hinaus bemüht sich noch Intel um einen Einstieg in die lukrative Smartphone-Oberklasse, so dass wir insgesamt von diesen drei Architekturen ausgehen müssen. Allerdings steht Intel hier noch ziemlich am Anfang, so dass im Moment eigentlich noch wenig für Intel spricht. Dies könnte sich in Zukunft allerdings ändern, wenn Betriebssysteme wie etwa Windows 8 auch für Smartphones verfügbar werden.
So ungefähr trifft das sicher zu, wenngleich die Leistung nicht ganz proportional ansteigt sondern in der Regel etwas weniger. Das liegt daran, dass mehrere Kerne beim Zugriff auf die Daten im Speicher miteinander konkurrieren, so dass ein Kern bei 2 Gigahertz wohl etwas schneller arbeiten kann als 2 Kerne bei nur einem Gigahertz. Andererseits verbraucht 1 Kern bei 2 Gigahertz aus technischen Gründen aber auch deutlich mehr Strom, so dass eine höhere Zahl von Kernen insgesamt wohl von Vorteil ist, da der Akku länger hält.
Dies gilt natürlich nicht für den Preis, denn mit der Zahl der Kerne wachsen natürlich auch die Herstellungskosten, so dass wir bei der Auswahl wohl im Wesentlichen von folgender Formel ausgehen können:
Mehr Kerne => Geringerer Stromverbrauch bei gleich hoher Leistung => Höherer Preis!
Aber es gibt natürlich auch weitere, von Hersteller zu Hersteller variierende Unterschiede, die vom Design oder auch vom Fabrikatonsprozess abhängen können. Solche Details lassen sich natürlich nur schwer in Erfahrung bringen, statt dessen ist es viel einfacher, in den Spezifikationen die Batterielaufzeit zu ermitteln.
Alles in allem lässt sich festhalten, dass Standardapplikationen wie Telefonie, SMS und E-Mail nur geringe Anforderungen an den Prozessor stellen. Dagegen erfordern viele moderne Apps wie etwa 3D-Spiele oder Videobearbeitung besser eine Taktrate von 1 Gigahertz oder auch mehr. Dual- oder gar Quad-Core-Prozessoren mit 1, 5 Gigahertz und mehr eignen sich dagegen besonders für HD-Videos, Videotelefonie und alle anderen anspruchsvollen Aufgaben.
4. Grafikpower — wichtig für Gamer!
Bei der zumeist im Prozessor integrierten Grafikeinheit sieht es hingegen wieder etwas anders aus, denn hier gibt es wiederum eine große Auswahl. ARM selbst vermarktet seine sogenannte MALI-Architektur, während andere Hersteller andere Architekturen wie PowerVR von Imagination lizensieren oder aber eigene Technologien entwickelt haben wie z.B. Qualcomm (Adreno für Snapdragon) und Nvidia (Geforce für Tegra).
Dies klingt alles sehr kompliziert, doch sollte man sich davon nicht allzu sehr schrecken lassen. Wenn überhaupt, dann sollte dieses Thema nur leidenschaftliche Gamer interessieren, denn eigentlich ist die Grafikleistung (fast) nur für 3D-Spiele von Bedeutung, ansonsten vielleicht auch noch für die Wiedergabe von Videos, was aber oft auch von einer im Prozessor integrierten CODEC-Einheit erledigt wird. Da aber der Screen eines Smartphones viel kleiner ist als etwa bei einem PC, sind die Anforderungen gewöhnlich so gering, dass die meisten Prozessoren recht leicht damit fertig werden.
IV. Kamera(s)
Praktisch alle Smartphones verfügen heute über eine Kamera, oft sind es sogar zwei (hinten und vorne). Dabei dient die Kamera hinten für Bilder in hoher Auflösung, während die vordere für Videotelefonie und als Webcam ausgelegt ist.
Allerdings sind Ausstattungen mit 8 oder gar 12 Megapixeln (hinten) und 1,3 Megapixeln (vorne) fast schon zu viel des Guten, wenn man die Fotos nur auf dem Smartphone betrachten oder aber als sogenanntes Thumbnail ins Internet stellen will. Für derartige Anwendungen sind 3 Megapixel schon mehr als ausreichend, während 8 Megapixel und mehr eigentlich nur am Fernseher oder aber auf dem PC-Screen voll ausgekostet werden können.
Auch sollte man bedenken, dass hoch auflösende Fotos und Videos entsprechend mehr Speicherplatz beanspruchen und vor allem auch Bandbreite. Je nach Vertragsbedingungen kann die Übertragung solcher Dateien schnell an Grenzen stoßen oder auch extrem hohe Kosten verursachen, insbesondere beim Telefonieren aus demAusland.
V. Netze und Schnittstellen
Natürlich sollte das Smartphone auch mit dem Handy-Vertrag harmonieren. So sind Handys für die extrem schnellen LTE-Netze noch selten und oft nur über die Carrier zu beziehen. Darunter sollte für einen schnellen Internet-Zugang mindestens HSDPA (auch Broadband-UMTS genannt) unterstützt werden, was aber auch meistens der Fall ist.
Zum Standard gehören fast immer auch Schnittstellen wie Bluetooth und W-LAN, außerdem auch ein Slot für Micro-SD-Speicherkarten. Nicht immer sind die Geräte hingegen mit Micro-USB oder gar Micro-HDMI ausgestattet, was aber durchaus nützlich ist, wenn man das Handy an PC, Monitor oder TV anschließen will.
VI. Sonstige Hardware
Fast schon ein Muss sind heute auch weitere Features wie GPS-Navigation oder Sensoren wie etwa Beschleunigungssensor, Kompass (Magnetometer), Abstandssensor, Umgebungslichtsensor und
Samsung Galaxy S3
3-Achsen-Gyrosensor, wie man sie auch in Tablets findet. Andererseits verzichten gerade hochwertige Geräte zuweilen auf Extras wie etwa ein Radio, da diese meist weniger genutzt werden als die Alternativen wie MP3 oder Internet-Radio. Wer aber auf ein Radio Wert legt, sollte daher darauf achten, ob es zur Ausstattung gehört.
VII. Preisklassen
Technischer Fortschritt und Preisverfall machen es sehr schwer, den Handymarkt präzise in Preisklassen zu unterteilen. So ist ein brandneues No-Name-Smartphone oft viel besser ausgestattet als ein älteres Markenhandy und doch viel preiswerter. Dann kommt es aber auch auf die Ausgewogenheit an. So weisen manche Produkte ein bemerkenswert großes Display auf, doch dafür leistet der Prozessor nicht viel. Trotzdem wollen wir hier einen kleinen Überblick liefern, und zwischen 3 Preisklassen unterscheiden:
1. Billig-Smartphones bis ca. 150 Euro
Viele Produkte, die sich Smartphone schimpfen, kommen schon für weniger als 100 Euro daher, doch sollte man sich dabei bloß nicht täuschen lassen. Schon der Anblick einer Tastatur muss uns eigentlich misstrauisch stimmen, denn ein wahres Smartphone sollte über einen Touchscreen mit mindestens 7.1 cm (2.8″) bedient werden, über Android 2.1 oder mehr sowie einen nicht zu lahmen Prozessor verfügen (> 800 Mhz).
Wer das beherzigt kann aber trotzdem fündig werden und viele wichtige Funktionen eines Smartphones ausgiebig nutzen. Dass es hier auch zu gewissen Einschränkungen bei Spielen und Videos kommen kann, sollte dabei aber ebenso klar sein. Trotzdem sind manche günstige Angebote durchaus zu empfehlen, zumal nicht jeder Wert auf Spiele oder Videos legt, und schon gar nicht auf solch einem kleinen Gerät!
2. Die mittlere Preisklasse: Ca. 150-300 Euro
Auch in dieser Preisklasse sind sorgfältige Preisvergleiche angebracht, zumal man für so viel Geld auch zu Recht etwas mehr erwarten kann: Ein hochwertiges Display (z.B. mit AMOLED) mit einer Bildschirmdiagonalen von 9,6 cm (3,8″) oder mehr, > 1 Ghz Prozessortakt und eine hochwertige Kamera mit mindestens 5 Megapixeln. Und wer tatsächlich so viel Geld für ein Smartphone hinblättert, sollte auch darauf achten, ob er die vielen Möglichkeiten auch wirklich nutzen will!
3. Die Luxusklasse: 300 Euro und mehr
In Smartphones dieser Preisklasse kommen ganz selbstverständlich nur die feinsten Bauteile zum Einsatz: Dual- oder gar Quadcore-Prozessoren, ultraflaches Design mit 10 oder gar 12 cm Screendisplay, selbstverständlich mit Super-AMOLED, reichlich Speicher und Android 4.x! Auch zwei Kameras gehören üblicher Weise dazu, wobei die lesitungsfähigere hinten mit etwa 8 Megapixeln durchaus mit handelsüblichen Kompaktkameras mithalten kann. Damit sollten denn auch anspruchsvolle Anwendungen wie HD-Fotografie oder gar Videoaufnahmen kein Problem mehr darstellen.
Dass solche Spitzenhandys bei solcher Leistung trotzdem nicht schwerer sein sollten als die billigeren Produkte liegt übrigens daran, dass die modernsten Innereien weniger Gewicht, Platz und Energie in Anspruch nehmen.
Fazit: Smartphones sind für alle da!
Wer sich gut informiert und alle Ratschläge beherzigt, sollte sicher das richtige Produkt in “seiner” Preisklasse finden. Und doch macht Geld allein nicht glücklich, denn einige Extras wie etwa USB, HDMI oder auch ein Radio finden sich durchaus nicht in allen teuren Geräten, wohl aber in manchen billigen!
Hallo! Mein allererster Computer war ein Atari ST mit 512 Kilobyte, was damals iübrigens eine unerhörte Menge war! Ich bin dementsprechend lange im Geschäft und kenne mich vor allem mit dem PC gut aus. Wenn ihr also Fragen habt, insbesondere in Sachen Hardware, seit ihr bei mir bestimmt an der richtigen Adresse! Privat ziehe ich mir gerne die aktuellsten Blockbuster rein, wobei mir mein schneller Zugang von Kabel Deutschland hervorragende Dienste leistet.